Künstliche Intelligenz

KMU-Mittelstandstudie 2026: Produktivität unter Druck und KI

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ElaraTeq
Titelbild: Nachtsee und Berge im Glass-Stil, Titel KMU und KI — Produktivität 2026, Mittelstandstudie mit 58% Steigerung und Kompetenzen 54%

Am 5. November 2026 haben swiss export und Kearney die neunte «KMU Mittelstandstudie» vorgestellt, mit SECO und Fischer Reinach AG. 58% der KMU steigerten die Produktivität; KI gilt als Chance (8,7/10), fehlende Kompetenzen sind mit 54% die grösste Hürde. Was Tessiner KMU daraus ableiten können.

Am 5. November 2026 wurde die neunte Ausgabe der «KMU Mittelstandstudie 2026» von swiss export und Kearney vorgestellt, mit den Partnern Fischer Reinach AG und dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO). Der Untertitel ist klar: Produktivität unter Druck, mit Fokus auf Chancen und Hürden der künstlichen Intelligenz für Schweizer KMU. Der vollständige Bericht und die Zusammenfassung bei Organisator halten die Zahlen fest: Befragung im Sommer 2026, 214 teilnehmende Firmen, 187 vollständig ausgefüllte Fragebogen.

Für ein Tessiner KMU, das bereits KI-Werkzeuge nutzt (Schreibassistenten, Analysen, interne Wissensdatenbanken) oder deren Einführung prüft, ist die Studie nützlich, weil sie Produktivität, Digitalisierung und Kompetenzen verbindet, ohne KI als automatischen Shortcut darzustellen.

Zuversicht und Produktivität: die Kernzahlen

Laut Studie beurteilen 58% der Unternehmen ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als gut oder sehr gut; für die kommenden drei Jahre steigt der Anteil positiver Erwartungen auf rund 65%. Intern berichten 58% von gestiegener Produktivität in den letzten 12 Monaten, aber nur 4% von einem starken Anstieg: die Gewinne bleiben überwiegend schrittweise.

Die am häufigsten genannten Produktivitätstreiber sind:

  • Effizientere Prozesse und Standardisierung — 59%
  • Digitalisierung, Automatisierung und KI — 39%

Bei den Konjunkturrisiken bleiben hohe Energie- und Rohstoffpreise an erster Stelle (52%). Die Rohstoffverfügbarkeit nennen 39% (im Vorjahr 8%).

Wie KMU KI bereits einsetzen

KI wird zunehmend als Chance gesehen: auf einer Skala von 1 (Gefahr) bis 10 (Chance) liegt der Durchschnitt bei 8,7, gegenüber 6,9 im Jahr 2024. Die häufigsten Anwendungen unter den befragten Unternehmen:

  • interne Know-how-Datenbanken — 48% (19% im Jahr 2024)
  • analytische Tools zur Problemlösung und Entscheidungsfindung — 42%
  • Analyse von Vertriebs- und Finanzdaten — 39%
  • Code- und Applikationsentwicklung — 31%

82% erwarten, dass KI ihre Arbeitsweise in den kommenden zwei bis drei Jahren stark verändern wird. Unter Unternehmen, die KI für Mustererkennung oder Vertriebs-/Finanzanalyse nutzen, melden rund 63% steigende Produktivität (gegenüber 58% in der gesamten Stichprobe). Die Studie betont jedoch, dass sich kein ursächlicher Zusammenhang ableiten lässt: gut strukturierte Prozesse und verfügbare Daten können sowohl den KI-Einsatz als auch Produktivitätsgewinne begünstigen.

Hürden: Kompetenzen, Zeit, Daten

Für einen stärkeren produktiven KI-Einsatz stehen laut Studie fehlende Kompetenzen (54%) an erster Stelle, gefolgt von fehlender Zeit (40%) sowie Datenschutz und Datensicherheit (35%). Kosten (18%) und unklarer wirtschaftlicher Nutzen (17%) wiegen weniger; mangelnde Akzeptanz (8%) spielt eine geringe Rolle. Parallel nennen 19% eine politische KI-Strategie als Priorität (10% im Jahr 2025).

Claudia Moerker, Geschäftsleiterin von swiss export, fasst den Punkt so zusammen (zitiert bei Organisator): KI eröffnet den Schweizer KMU grosse Chancen; entscheidend ist, konkrete Einsatzmöglichkeiten zu erkennen und einen messbaren Mehrwert zu schaffen — mit effizienten Prozessen und Mitarbeitenden mit den richtigen Kompetenzen.

Was Tessiner KMU tun können

Aus den Ergebnissen ergibt sich ein pragmatischer Weg, ohne KI «auf einmal» einführen zu müssen:

  1. Von einem messbaren Engpass ausgehen — wiederkehrende Suche, manuelle Reports, interne FAQ — nicht von einem Modewerkzeug.
  2. Prozesse und Daten vor oder zusammen mit der Technologie ordnen — die Studie stellt Standardisierung vor KI unter den Produktivitätstreibern.
  3. Regeln zu Daten und Verantwortung festlegen — was nie in externe Werkzeuge eingegeben wird, wer Ergebnisse prüft. Das knüpft an die BAKOM-Handreichung für einen KI-Kodex und an Hinweise zu KI im Berufsalltag und Oversharing an.
  4. In Kompetenzen und geschützte Zeit investieren — ohne Schulung und feste Zeitslots bleibt das Werkzeug ungenutzt. Den Kompetenzbedarf am Arbeitsmarkt behandelt auch unser Artikel zu den fast 5000 KI-Stellenanzeigen in der Schweiz.
  5. Zeitersparnis und Ergebnisqualität messen — wie die Studie erinnert, belegt der blosse Einsatz von KI noch keinen wirtschaftlichen Nutzen.

Unser Ansatz

ElaraTeq Sagl entwickelt und betreibt Websites und Anwendungen für KMU und öffentliche Stellen im Tessin, auch mit KI-Funktionen. In der Beratung helfen wir, realistische Anwendungsfälle zu wählen, Prozesse und Daten zu ordnen und interne Regeln festzulegen. Für ein erstes Gespräch können Sie uns kontaktieren.

Quellen

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